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Ratgeber - Tipps, Tricks und Informationen

(06.08.2010)

 

Ökostrom - Wie preiswert ist das grüne Gewissen mittlerweile?

Mal ehrlich: Wir wissen ja alle, dass wir etwas für die Umwelt tun müssen. Etwa indem wir zu einem Anbieter von Ökostrom wechseln. Wenn dann die Stromrechnung aber viel teurer wäre als vorher – dann hören wir einfach nicht mehr auf unser Umweltgewissen. Was muss man aktuell für Ökostrom bezahlen?



Billig ohne Siegel...


Fast dreihundert Ökostrom-Anbieter gibt es inzwischen: Der harte Wettbewerb hat die Preise deutlich nach unten gehen lassen. So kann man aktuell locker ein- bis zweihundert Euro im Jahr sparen, wenn man von seinem örtlichen Stromversorger zu einem Ökostromanbieter wechselt. Bei denen gibt's aber deutliche Preis-Unterschiede: Am günstigsten ist Ökostrom ohne irgendwelche Gütesiegel. Allerdings und das ist der Schwachpunkt: Man muss sich eben auf das Versprechen des Anbieters verlassen, nur auf erneuerbare Energien zu setzen.
 


Manchmal nur Mogelpackung...


Vergleichsweise günstig sind auch Ökostromtarife mit dem viereckigen, weiß-grünen RECS-Zertifikat. Das gibt es angeblich nur für Strom aus Wind, Wasser und Sonne. Bei dem Zertifikat kann aber gemogelt werden, sagen Umweltschützer. So etikettieren beispielsweise einige Stadtwerke ihren ganz normalen Kohle- oder Atomstrom in Ökostrom um - ganz legal über einen komplizierten, europaweiten Handel mit Stromzertifikaten.
 


Grün gehandelt...


Vereinfacht gesagt kann ein deutscher Kohlestromerzeuger von einem schwedischen Solarstromerzeuger Zertifikate abkaufen. Dafür dann der deutsche Anbieter seinen „schwarzem" Strom als „grüne" Energie verkaufen und sich somit auch das Umweltschutzmäntelchen umhängen. Zum Ausgleich muss dann der Stromanbieter aus Schweden seinen eigentlich grünen Strom als konventionelle Energie verkaufen. Das „vergessen" aber manche Anbieter, kritisieren Umweltschützer.
 


Grüne Gütesiegel...


Auf Nummer sicher geht man mit Gütesiegeln wie dem „Grüner Strom Label" von BUND und NABU oder auch dem „Okay-Power-Label" von WWF und den Verbraucherzentralen. Hier wird beispielsweise ganz darauf geachtet, dass mit den Einnahmen neue Windkrafträder oder Fotovoltaik-Anlagen gebaut werden. Die Stromtarife mit diesem Gütesiegel sind zwar etwas teurer, im Vergleich mit Stadtwerken und anderen Energieversorgern vor Ort aber immer noch günstig. Zudem hilft ein Blick auf die Internetseite des jeweiligen Anbieters. Alle auf dem deutschen Strommarkt vertretenen Anbieter müssen angeben, auf welche Energiequellen sie zurückgreifen. Das Ganze wird als „Strommix" bezeichnet.
 


Bonus-Falle...


Beim Preisvergleich der Ökostrom-Tarife gibt es eine kleine Falle: Manche Anbieter landen da nur weit vorn, weil sie einen einmaligen Wechsel-Bonus oder einen Treuebonus zahlen. Das Geld gibt es meist allerdings erst, wenn man mindestens ein Jahr beim Anbieter bleibt. Oder gar noch mal verlängert. Und dann kann es Ärger geben, weil manche Anbieter nicht zahlen wollen. Die Internetforen sind voll mit entsprechenden Klagen. Beim Online-Preisvergleich sollte man das Häkchen bei „Einmaligen Bonus einrechnen" also besser heraus nehmen.

 

 

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