(10.08.2010)
Revolving
Kreditkarten - Funktion und Risiken
Verbraucherschützer sind besorgt: Sogenannte „Revolving
Kreditkarten“, die es seit einigen Jahren auch in Deutschland
gibt, locken immer mehr Kunden in die Schuldenfalle. Wie diese
Karten funktionieren und wo die Risiken liegen, lesen Sie bei uns.
„Unechte" Kreditkarten...
Die meisten Kreditkarten in Deutschland werden einmal monatlich
automatisch durch Abbuchung vom Konto komplett ausgeglichen -
sonst dreht die Bank den Geldhahn zu. Zinsen fallen dabei nicht
an. Im eigentlichen Sinne sind diese Karten keine Kreditkarten.
Sie sind eher als bequemes Zahlungsmittel zu betrachten.
„Echte" bzw. „Revolving - Kreditkarten"...
Diese unterscheiden sich von den „unechten" durch die
Vertragsbedingungen: Sie erlauben, dass man die Karte bis zu einem
bestimmten Limit belastet, ähnlich wie beim Dispositionskredit der
Hausbank. Am Monatsende muss aber nur ein Teilbetrag zurückgezahlt
werden, die Restschuld kann bestehen bleiben. Zahlt der Kunde eine
Rate, darf er gleich wieder bis ans Limit gehen. Der Kredit wird
sozusagen nachgeladen - daher der Name: „Revolving - Kreditkarte".
In Ländern wie den USA und England sind diese Karten weit
verbreitet.
Nur für sehr disziplinierte Kunden geeignet...
Wer immer am Monatsende die Initiative ergreift und die Karte von
sich aus komplett glattstellt, bevor Zinsen anfallen, der kann sie
benutzen, wie eine ganz normale, „unechte" Kreditkarte. Weil der
Ausgleich aber nicht automatisch erfolgt, wird das in der Realität
aus Fahrlässigkeit oder aus Unkenntnis der Vertragsbedingungen oft
unterlassen. Dadurch können sich schnell dauerhafte Schulden auf
der Karte ansammeln.
Gewinne durch hohe Zinsen...
Genau darauf spekulieren die Anbieter: Denn für Schulden über
Revolving-Kreditkarten muss man extrem hohe Zinsen bezahlen,
teilweise über 20 Prozent. Außerdem ist es möglich, dass man
unabhängig vom Konto bei der Hausbank mehrere Revolving-Karten
besitzt. Das kann dazu führen, dass man den Überblick komplett
verliert.
Nicht empfehlenswert...
Verbraucherschützer raten deshalb: Finger weg! Selbst ein ganz
normaler Dispokredit bei der Hausbank ist wesentlich billiger.
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