(06.11.2009)
Kaufen oder Mieten?
Jahrelang Miete
zahlen und am Ende nichts in der Hand haben. Oder stattdessen
einen Kredit für ein Haus abbezahlen und dann wohnt man in den
eigenen vier Wänden. So wie das immerhin drei Viertel der
Deutschen planen. Was ist auf Dauer rein vom Geld her besser:
Bauen oder mieten? Wir sagen es Ihnen.
Klare Antwort...
Wer sein Geld in ein
Haus steckt, steht am Ende besser da als jemand, der Miete zahlt
und nebenbei spart. Und das nicht erst nach dreißig oder vierzig
langen Jahren. Nach einem großen Vergleich von Finanztest können
Hausbesitzer im Idealfall schon nach zehn Jahren ein größeres
Vermögen zusammen haben als Mieter mit einem vergleichbaren
Einkommen.
Modellrechnung...
Die Experten von
Finanztest gehen von einem Ehepaar aus, dass ein 180.000-Euro-Haus
erwirbt und dafür schon 50.000 Euro auf die hohe Kante gelegt hat.
Mietersparnis pro Jahr: Knapp 9.000 Euro. Auf der anderen Seite
steht ein Ehepaar, das zur Miete wohnt und das restliche Geld mit
vier Prozent Zinsen anlegt. In den ersten Jahren haben die Mieter
die Nase vorn, weil die Bauherren Tausende Euro für Notar,
Grunderwerbssteuer und andere Nebenkosten bezahlen.
Mehr Vermögen...
In den Jahren darauf
wendet sich das Blatt nach und nach. So kommen die Hausbauer im
Jahr 10 auf 94.000 Euro Immobilienvermögen. Die Mieter dagegen nur
auf Geldvermögen von rund 80.000 Euro. Das Ganze funktioniert
allerdings nur, wenn die Immobilie von Jahr zu Jahr ein Prozent im
Wert steigt. Darauf sollte man beim Kauf oder Bau also achten.
Danke, Vater
Staat...
Übrigens: Hilfe vom
Staat ist in der großen Vergleichsrechnung noch gar nicht mit
drin. Wer etwa Förderprogramme wie das so genannte Wohn-Riestern
nutzt, kann über die Jahre mehrere zehntausend Euro kassieren. Und
dann steht auf der Seite des Hauseigentümers in der Modellrechnung
ein noch dickeres Plus.
Zinsen im Keller...
Der Vergleich fällt
aber nur jetzt so deutlich pro Hauskauf aus, sagen die Experten:
Denn wegen der Finanzkrise sind die Zinsen für Kredite im Keller
und Immobilien im Schnitt sehr günstig. Auf der anderen Seite gibt
es für sichere Anlageformen, in die Mieter ihr Geld stecken
können, kaum gute Rendite.
Eigenkapital
wichtig...
Bevor man jetzt aber
große Rechnungen anstellt, muss man sich klar machen: Ohne eigenes
Geld geht gar nichts. Mindestens ein Fünftel der Bau- oder
Kaufsumme sollte man auf der hohen Kante haben. Sonst geben die
Banken keine so günstigen Kredite, wie sie für die Modellrechnung
vorausgesetzt wurden. Noch ein wichtiger Grund, erst mit genügend
Selbstgespartem loszulegen: Geht was schief, hat man mit einem
Grundstock an Eigenkapital gute Chancen, mit einem blauen Auge aus
der Angelegenheit heraus zu kommen. Ohne das eigene Ersparte zahlt
man sonst möglicherweise noch lange Jahre Schulden ab – und das
Haus ist auch weg.
Obergrenze...
Mehr als 40 Prozent
seines Einkommens sollte man nicht für den Kredit ausgeben müssen.
Sonst muss man etwa bei einem Jobverlust den Traum vom Haus teuer
begraben. Ob man sich Ganze auf Dauer wirklich leisten kann,
sollte man von unabhängigen Institutionen wie etwa den
Verbraucherzentralen durchrechnen lassen. Denn Banken verdienen an
Krediten und stellen die Finanzierung dann gerne mal einen Tick zu
positiv dar.
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