(16.09.2010)
Kaufen auf Pump -
Dispo, Kredit oder Finanzieren?
Es ist natürlich der bequemste und schnellste Weg, sich Geld für
einen neuen Laptop oder Klamotten zu besorgen: Sie überziehen Ihr
Konto. Aber viele Banken verlangen unverschämt hohe Zinsen für den
Dispokredit. Einige Banken wollen bis zu 17 Prozent Zinsen. Wann
kommt man mit dem Dispokredit trotzdem am günstigsten weg? Wir
informieren Sie!
Klingt viel, aber...
Bis zu siebzehn Prozent Dispozinsen: Andere Geldleih-Methoden sind
da günstiger, oft allerdings nur auf den ersten Blick. Zum
Beispiel der Minikredit von der Bank. Den gibt es in der Regel
schon ab Summen von 500 Euro und zu scheinbar günstigen
Bedingungen. Oft wird mit günstigen Zinsen ab vier Prozent
geworben. Finanzexperten wissen aber: So günstige Konditionen
bekommen oft nicht einmal Ideal-Kunden mit einem hohen Einkommen.
Der Ausreißer...
Solche Lockangebote sollten zwar mit einem Gesetz Anfang Juni
eingedämmt werden. Danach dürfen die Finanzinstitute künftig nur
noch mit einem Effektivzins werben, den mindestens zwei Drittel
der Kunden erhalten. Gehört man aber zu den Ausreißern, zahlt man
eben deutlich mehr. Tests zeigen: Im Einzelfall verlangen Banken
Zinsen von bis zu sechzehn Prozent und mehr.
Richtig teure Sicherheitsleine...
Viel Geld kostet Kunden oft auch die Empfehlung der Banken, zum
Kredit noch eine so genannte Restschuldversicherung abzuschließen.
Die soll dann bei Zahlungsschwierigkeiten einspringen. Klingt für
Laien erstmal überzeugend. Vor allem Kleinkredite werden aber
durch diese Absicherung unnötig teuer. Günstiger sind andere
Sicherheiten, die man der Bank anbietet. Beispielsweise eine
Risiko-Lebensversicherung, die man bei einem separaten und auch
billigeren Anbieter abschließen kann. Gut zu wissen: Alle Banken
sagen in ihrer Werbung, dass die teure Restschuldversicherung
freiwillig sei. Und genau darauf sollte man sie bei der
Verhandlung dann auch hinweisen.
Händler kümmert sich...
Vergleichsweise teuer kommt man in der Regel auch mit den
Angeboten vieler Händler, einen Fernseher und Co. zu finanzieren:
Das ist auch wieder nur ein Darlehen. Und da langen die Banken
eben aktuell auch wieder kräftig zu: Bis zu fünfzehn Prozent
Zinsen kommen auf den Kaufpreis drauf. Viele Geschäfte haben zwar
auch Null-Prozent-Aktionen, bei denen der Händler die Zinsen an
die Bank zahlt. Der kalkuliert das aber meist vorab schon in den
Kaufpreis mit ein. Spartrick: Wer Preisvergleiche im Internet
nutzt, kann die Höhe dieses Aufschlags vorab ganz gut abschätzen.
Der teuerste Weg Wer die Spielkonsole least, zahlt richtig drauf:
Die monatlichen Raten sind zwar niedrig, am Ende bezahlt man aber
oft bis zum Zweieinhalbfachen des Kaufpreises. Noch ein teurer
Haken: Man muss das Gerät am Ende des Leasingvertrages
zurückgeben. Und zwar funktionstüchtig. Oft eine übliche Klausel
in Leasingverträgen: Gibt das geborgte Teil komplett den Geist
auf, muss man die monatlichen Raten trotzdem weiter bis zum
vereinbarten Ende zahlen.
Teure Falle...
Im Vergleich kann das Kontoüberziehen also doch die günstigste
Geldleihmethode sein. Unschlagbarer Vorteil dieser Leihmethode:
Zinsen werden nur für die überzogene Summe und auch nur für den
„Ausleihzeitraum" fällig. Aber Achtung: Geht man über die
vereinbarte Dispogrenze raus, werden zusätzlich noch mal ähnlich
hohe Überziehungszinsen fällig. In der Regel beträgt der
Kreditrahmen fürs Überziehen ein bis zwei Monatsgehälter - dass
muss aber nicht automatisch so sein.
Es geht auch billiger...
Deutlich günstiger an Geld kommt man derzeit nur, wenn man den
langen Weg geht und den Kontoanbieter wechselt. Denn einige
Direktbanken wie die DAB Bank oder die Deutsche Skatbank verlangen
mit sechs oder sieben Prozent fürs Kontoüberziehen vergleichsweise
wenig. Die aktuellen Kosten für den Dispo des eigenen Kontos
erfährt man auf Nachfrage beim Bankberater. Außerdem müssen die
Banken in der in der Filiale mit Aushängen oder auf der
Internetseite die Zinsen fürs Kontoüberziehen benennen.
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