(08.06.2010)
Die wichtigste
Versicherung: Haftpflicht - Wer bietet die beste?
Sie gilt nicht ohne Grund als die wichtigste Versicherung
überhaupt: Die Private Haftpflicht. Denn die springt ein, wenn man
jemand anderem Schaden zufügt. Etwa wenn man jemand mit dem
Fahrrad anfährt oder aus Versehen die Herdplatte anlässt und die
Mietwohnung ausbrennt. Ohne die Versicherung kann es richtig teuer
werden. Denn dann geht's ans eigene Einkommen und das Ersparte.
Worauf muss man achten, wenn man eine sich eine Haftpflicht holt?
Nachgebessert...
Man kann bei der Wahl der Haftpflichtversicherung inzwischen nicht
mehr viel falsch machen. Höchstens zuviel bezahlen. Denn die große
Mehrheit der Versicherer bietet inzwischen mindestens so ein
Sicherheitsnetz, wie es etwa Finanztest empfiehlt. Dazu gehört
etwa, dass man gegen Schäden bis zu drei Millionen Euro
abgesichert ist und das auch im Ausland. Denn verursacht man als
Fußgänger oder Radfahrer einen Unfall mit mehreren Verletzten,
kann der Schaden schnell bis in die Millionen gehen. Zur
Grundsicherung gehört es nach Ansicht von Finanztest auch, dass
Schadenersatz-Forderungen übernommen werden, wenn man
versehentlich Computerviren verbreitet. Entsprechende
Haftpflicht-Versicherungen bekommt man schon für sechs Euro im
Monat.
Teure Extras...
Viele Versicherer bieten einen ganzen Wust an teuren aber
sinnlosen Erweiterungen. Manchmal kann sich die Extraausgabe aber
lohnen: Etwa wenn dann die Haftpflicht auch einspringt, wenn
geliehene oder gemietete Sachen kaputt gehen. In solchen Fällen
muss man üblicherweise selbst bezahlen. Tückisch: Fürs „Leihen"
reicht es übrigens schon aus, wenn man jemandem erlaubt, die
eigene Digitalkamera oder das neue Handy anzusehen. Durchaus
sinnvoll ist auch eine Versicherung für den Verlust fremder
Schlüssel, falls danach im gesamten Haus die Schlösser
ausgetauscht werden müssen.
Wenn der andere keine Versicherung hat...
Bezahlt machen kann sich auch eine so genannte
Forderungssausfall-Deckung. Kleingedrucktes einmal übersetzt: Der
eigene Versicherer springt ein, wenn man von jemandem geschädigt
wird, der keine private Haftpflicht hat. Allerdings zahlt die
Versicherung erst, nachdem man vor Gericht erfolglos um sein Geld
gestritten hat. Oft gibt es den vollen Ersatz auch erst aber einer
Mindest-Schadenssumme. Üblich sind hier um die 2.500 Euro.
Sinnvolle Erweiterung für Eltern...
Eltern haften für ihre Kinder: Der alte Baustellenschilderspruch
stimmt so nicht ganz. Denn wer seine bis zu sieben Jahre alten
Sprösslinge angemessen beaufsichtigt, zahlt überhaupt nichts. Im
Straßenverkehr gilt sogar die Zehn-Jahres-Grenze. Geschädigte
Autobesitzer oder Nachbarn bleiben dann auf ihrem Schaden sitzen.
Gehen sie aber vor Gericht, haben Eltern im Streit um
Schadensersatz möglicherweise doch schlechte Karten. Denn sie
müssen nachweisen, dass sie ihr Kind wirklich angemessen
beaufsichtigt haben. Sonst wird es teuer. Um solchen Konflikten
aus dem Weg zu gehen, kann man die so genannte Deliktsunfähigkeit
des eigenen Nachwuchses mit absichern. Dann zahlt die
Versicherung, ohne dass nach einer Aufsichtspflichtverletzung
gesehen wird.
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