(17.05.2010)
Trotz
Prepaid-Handy ins Konto-Minus
Wer sich ein Prepaid-Handy holt, ist sicher vor bösen
Überraschungen im Portemonnaie. Das haben die meisten so im Kopf.
Logisch: Wenn man vorher nichts auf sein PrePaid-Konto
draufgemacht hat, kann man nichts mehr vertelefonieren. Und
Abo-Abzocker können da auch nichts abziehen. Falsch gedacht! Warum
das nicht stimmt, wir informieren Sie.
Vertrag trotz Prepaid...
Auch wenn es der englische Begriff „Prepaid" - soviel wie „vorab
bezahlt" - und die Werbung der Mobilfunkunternehmen einem anders
suggerieren: Manchmal muss man trotzdem noch nachbezahlen. Und
auch das sollte man wissen: Auch wenn man nur eine Prepaid-Karte
kauft, schließt man mit dem Handyanbieter einen Vertrag ab. Anders
als bei den „richtigen" Mobilfunkverträgen geht man aber hier in
Vorkasse.
Genau nachlesen...
Bei vielen Prepaid-Anbietern kann das Guthabenkonto durch
Handygespräche und -nachrichten aus dem Ausland deutlich ins Minus
rutschen. Denn die werden etwa bei O2, Fonic, Simply und Co. erst
verzögert vom Guthabenkonto abgezogen. Das hat man dann aber
möglicherweise schon anderweitig leer gemacht.
„Alle" ist nicht gleich „vorbei"...
Besonders tückisch: Außer den Netzbetreibern T-Mobile, Vodafone,
E-Plus und O2 überprüfen nur wenige Mobilfunker, ob das eigene
Guthaben noch für das Auslands-Telefonat reicht. Fehlt diese
„Stopp-Taste" kann man also auch noch weiterreden, wenn man schon
lange im Minus ist. Zwar stellen die Netzbetreiber anderen
Providern nach eigener Aussage entsprechende Werkzeuge für so eine
„Stopptaste" zur Verfügung. Den Mobilfunkunternehmen steht es aber
frei, diese Möglichkeit der Kostenkontrolle auch zu nutzen. Aber
selbst bei T-Mobile, Vodafone und Co. ist man nicht sicher vor
verzögerten Abbuchungen nach einem Auslandsurlaub: So sind SMS
oder Mehrwertdienste im Ausland trotz Nullguthaben möglich, sagen
Experten.
Nicht sicher vor Abzockern...
Auch Abzock-Abos für angebliche Gratissoftware oder Handyortung
können das Prepaid-Guthaben unter Null fallen lassen. Doch selbst
wenn das der Mobilfunkanbieter nicht zulässt, ist man nicht aus
dem Schneider. Denn dann erwacht das Abo einfach wieder, wenn Geld
auf dem Konto ist und lässt das Guthaben ruckzuck schmelzen.
Ausgleichen bitte...
Schulden auf dem Prepaid-Konto muss man als Kunde natürlich
ausgleichen. Oder der Mobilfunk-Anbieter macht das gleich selbst,
weil man sein Guthaben aus Bequemlichkeit automatisch vom
Bankkonto auffüllen lässt. Bei Simply ist dieser Ausgleich per
Lastschrift sogar vorgeschrieben. Und damit ist die angebliche
Kostenkontrolle dann völlig weg.
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