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Berichte rund um Themen aus dem Alltag des Lebens - Übersicht

(04.03.2010)

 

Schlaglöcher nach dem Winter - Wer zahlt bei Schäden am Auto?

Alle Jahre wieder der gleiche Ärger: Wenn Eis und Schnee von den Straßen verschwinden, tauchen riesig große Schlaglöcher auf. Und wenn man nicht höllisch aufpasst, kann man sich schnell die Felge oder noch mehr am Auto kaputt machen! Wer zahlt dann eigentlich für die Schäden? - Wir informieren Sie.

Wirklich wie aus dem Nichts?


Einfache Ursache für die Straßenschäden in der kältesten Jahreszeit: Durch den Frost entstehen zuerst blasenartige Aufwölbungen oder Spalten. Deren Ränder brechen dann nach und nach ab. Und innerhalb kurzer Zeit bildet sich ein Schlagloch. Nicht selten mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter und zwanzig Zentimeter Tiefe. Verkehrsexperten sehen die Minusgrade aber nicht als einzige Ursache für die jetzt vermehrt auftretenden Straßenkrater. Nach ihrer Meinung wird insgesamt zu wenig in den Straßenerhalt investiert. Das bedeutet, dass diese kleinen Schäden in der Fahrbahn nicht rechtzeitig ausgebessert werden und es in der Folge erst zu den bekannten großen Löchern kommt.

Theorie und...


Zumindest von der Theorie ist das Ganze recht eindeutig: Für Autoschäden durch Schlaglöcher muss immer der bezahlen, der für die kaputte Straße verantwortlich ist: Das sind bei Autobahnen und großen Überlandverbindungen meist Bund und Länder. Für Gemeinde- und Kreisstraßen dagegen sind Städte und Kommunen verantwortlich.Mit fast 400.000 Kilometern Länge machen letztere den weitaus größten Teil deutscher Straßen aus - also 65% oder auch rund zwei Drittel.

...Praxis


Für Schadenersatz muss man aber nachweisen können, dass Bund, Länder oder Gemeinden ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen sind. Pflicht heißt: Die Straßen müssen regelmäßig abgefahren und Autofahrer auf mögliche Schlaglöcher hingewiesen werden. Als Hinweis reicht es aber schon, an den entsprechenden Stellen Warnschilder aufzustellen und Tempolimits einzuführen. Damit befreien sich die Gemeinden komplett aus ihrer Haftung!

Sichtbar machen...


Man muss also in einem Rechtsstreit zum einen belegen, dass nicht gewarnt wurde und der Schaden durch das Loch im Boden verursacht worden ist. Etwa mit Fotos von der Unfallstelle, dem Schlagloch und den Schäden am Auto. Juristen empfehlen, neben das Schlagloch ein Feuerzeug oder auch das Handy zu legen. So kommen die Dimensionen besser zur Geltung. Zusätzlich sollte man das Schlagloch ausmessen. Dazu helfen unbeteiligte Zeugen.

Probleme beim Nachweis...


Zweite wichtige Vorraussetzung für einen Erfolg vor Gericht: Man muss nachweisen, dass die Kommune, Stadt oder auch der Bund nicht in bestimmten Zeitabständen die Straße abgefahren ist. Und das ist nicht so leicht, wissen Fachanwälte für Verkehrsrecht. Passiert etwa ein entsprechender Schaden plötzlich und zwischen diesen Fahrten, dann würde die Kommune leider nicht haften.

Pro Fahrer...


Es gibt allerdings auch einige wenige autofahrerfreundliche Gerichtsurteile. So half es beispielsweise der Stadt Lübeck nicht, mit einem Schild auf ein riesiges Schlagloch hinzuweisen. Sie musste einem Golffahrer den Schaden an seinem Fahrzeug ersetzen. Ähnlichen Erfolg hatte ein Autofahrer in Sachsen, dem infolge eines großen Schlaglochs die Achse brach. Das Oberlandesgericht Dresden gab ihm Recht: Die Kommune musste 1.500 Euro Schadenersatz zahlen.

 

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