(08.10.2010)
Garantieverlängerung für Elektrogeräte - Bringt das
was?
Sie haben gerade viel Geld für einen neuen Laptop oder einen neuen
Geschirrspüler bezahlt. Da bietet der Händler für das teure Teil
noch eine Garantieverlängerung an. Damit soll man sich dann über
Jahre keine Sorgen mehr machen müssen. Aber lohnt sich die
Extrakohle?
Teurer Schutz...
Auch wenn's so klingt: Mit der üblichen Ein- oder
Zweijahres-Garantie vom Hersteller hat der Schutz für Extrakohle
nichts zu tun. „Garantieverlängerungen" oder auch „Plus-Garantien"
sind Versicherungen. Und zwar ganz schön teure. Ein Beispiel: Bei
einem 1.000-Euro-Notebook zahlt man für ein paar Jahre Extraschutz
zweihundert Euro. Und die Raten für die Versicherung zahlt man in
den ersten zwei Jahren für lau: Denn in dieser Zeit schützt den
Käufer die gesetzlich vorgeschriebene Sachmängelhaftung der
Händler.
...mit Lücken
In der Werbung werden Garantieverlängerungen immer als der
perfekte Rundumschutz angepriesen. Dabei haben die teuren
Absicherung meist einige böse Lücken. Die findet man aber nur im
Kleingedruckten: So werden häufig Reparaturen nicht bezahlt, wenn
Verschleißteile kaputt gehen. Also etwa der Akku von Handy oder
Laptop. Dabei gehen doch genau solche Teile nach ein paar Jahren
kaputt.
Totalschaden...
Und auch wenn es in
der Werbung so klingt, wird nicht immer repariert. Denn kostet die
Reparatur mehr als der Fernseher noch wert ist, dann gilt das
Gerät als Totalschaden. Und dann bekommt man nur noch den Zeitwert
ausbezahlt. Für den Käufer ist das oft ein herber Verlust. Denn
der Zeitwert kann bei Elektrogeräten wenige Monate nach dem Kauf
schon mehrere hundert Euro unter dem Neupreis liegen.
Aufpassen bitte...
Harte Bedingungen gelten auch für den Diebstahlschutz: So bleibt
man meist auf dem teuren Schaden sitzen, wenn der Laptop zusammen
mit dem kurz abgestellten Rucksack gestohlen wurde. Und bei
eigener Schusselei stellen sich manche Versicherer auch stur:
Stößt man versehentlich den Computer vom Tisch oder badet das
Handy, dann bekommt man den Schaden nur bei manchen Anbietern von
Garantieverlängerungen ersetzt. Dann allerdings auch nicht voll.
Meist muss man einen so genannten Selbstbehalt zahlen.
Fazit...
Eine Garantieverlängerung lohnt sich nur für mehrere tausend Euro
teure Fernseher oder Computer. Für alle anderen Geräte reicht in
der Regel die Kombination aus Herstellergarantie,
Händlergewährleistung und allgemeiner Hausratversicherung völlig
aus, sagen Experten. Die Hausratversicherung springt ebenfalls bei
Diebstahl oder Blitzschlag ein, ersetzt aber den Neuwert. Und sie
ist deutlich günstiger als eine Garantieverlängerung.
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