(18.03.2011)
Firmenkreditkarten - Nachteile und Vorteile...
Immer mehr Firmen wie Tchibo, Amazon oder Lidl bieten ihren Kunden
eigene Kreditkarten, sogenannte „Co-Branding“-Karten an. Dabei
locken sie mit niedrigen Jahresgebühren, Einkaufsvorteilen oder
Tankrabatten. Haben diese Karten wirklich Vorteile?
Was sind Firmenkreditkarten...
Firmenkreditkarten, auch „Co-Branding-Karten" genannt, sind eine
Mischung aus Kreditkarte und Kundenkarte. Mit ihnen kann man, wie
mit jeder Kreditkarte, im Internet einkaufen, im Laden bezahlen
oder Geld abheben. Zusätzlich erhält man Vorteile, wie Rabatte
oder Bonusmeilen. Auch wenn der Name einer Firma auf der Karte
steht - ausgegeben werden sie von einer Bank, die dann auch den
Zahlungsverkehr abwickelt. Letztlich sind die Karten ein
Marketinginstrument: Das Unternehmen will seine Käufer mit
Rabatten an sich binden und die Banken erreichen so neue Kunden.
Unterschied zur herkömmlichen „Charge" - Kreditkarte...
Bei den herkömmlichen und momentan am weitesten verbreiteten
Kreditkarten wird einmal am Monatsende eine Abrechnung erstellt
und dann der gesamte ausgegebene Betrag vom Girokonto abgebucht.
So wird der Schuldbetrag immer wieder komplett ausgeglichen. Bei
den Co-Branding Karten handelt es sich dagegen oft um
Prepaid-Karten (die Karte muss vor der Benutzung mit Geld
aufgeladen werden) oder um Revolving-Kreditkarten (am Monatsende
muss nur ein bestimmter Prozentsatz der Schulden zurückgezahlt
werden).
Nachteile der Kreditkarten von Firmen...
Verbraucherschützer haben in den Kartenverträgen regelrechte
Kostenfallen entdeckt: Oft werden z.B. höhere Gebühren für
Bargeld-Abhebungen und dazu noch deftige Zinsen verlangt. Während
Sie mit der herkömmlichen Charge-Kreditkarte tatsächlich einen
kurzfristigen zinslosen Kredit erhalten, zahlen Sie bei einer
Revolving-Karte schon ab dem ersten Tag der Belastung Zinsen. Und
die sind mit bis zu 14 Prozent oft sehr üppig. Weil die
Revolving-Karte am Monatsende nicht vollständig ausgeglichen
werden muss, verlieren Sie schnell den Überblick. Bei Karten, die
nach dem Prepaid-Prinzip funktionieren, ist ein Nachteil, dass sie
von Ihnen mit Geld aufgeladen werden müssen - und das Guthaben
wird schlecht oder gar nicht verzinst. Letztlich geben alsso Sie
der Bank einen Kredit - nicht umgekehrt.
Fazit...
Häufig reichen die Vorteile der Karten, wie etwa niedrige oder
ganz entfallende Jahresgebühr und die gewährten Rabatte nicht aus,
um die Nachteile aufzuwiegen. Die Co-Branding Kreditkarten sind
deshalb meist nicht die Schnäppchen, die die Werbung verspricht.
Erst wenn Sie nachgerechnet haben, was Ihnen die Rabatte bringen
und im Kleingedruckten genau die Zinsen und die
Rückzahlungsbedingungen verglichen haben, wissen Sie, ob Sie
wirklich Vorteile haben.
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