(02.12.2010)
Falsch getankt -
So können Sie das Schlimmste verhindern...
Früher stand an den Tanksäulen „Normal“, „Super“ und „Diesel“.
Ganz einfach also! Heute blicken viele Autofahrer bei den ganzen
Spritsorten wie Ultimate, Premium oder Fuel Save nicht mehr durch.
Oft klebt dann auch noch fett Werbung auf der Zapfpistole. Wer da
nicht ganz genau aufpasst, betankt das Auto mit dem falschen
Sprit. Wie kann man in so einem Fall schlimmeres verhindern?
Nicht starten...
Die dünnere Zapfpistole für Benzin passt locker in den breiteren
Diesel-Tankstutzen. Anders herum wird es schon schwierig: Einige
Selbstzünder-Modelle von Chrysler, Citroen, Nissan, Peugeot, Skoda
oder VW lassen sich trotzdem mit Normal oder Super füllen, wie ein
ADAC-Test zeigt. Und über den Umweg Kanister kann man auch die
restlichen Dieselautos falsch betanken. In beiden Fällen sollten
Sie unbedingt den Motor auslassen und sich zur nächsten Werkstatt
abschleppen lassen. Denn moderne Motoren vertragen noch nicht mal
geringe Mengen vom jeweils anderen Kraftstoff.
Fehlzünder und Schmierfehler...
Dieselkraftstoff entzündet sich unter Druck und bei einer
bestimmten Temperatur selbst, Benzin wird von der Zündkerze
entflammt. Das heißt: Mit Diesel im Brennraum läuft ein Benziner
sehr unruhig. Und das kann Motor und Katalysator schaden. Anders
herum gilt: Diesel ist vereinfacht gesagt deutlich fetthaltiger
und schmiert die Motorteile mit. Kommt da Benzin rein, haben Sie
im Ernstfall einen tausende Euro teuren Kolbenfresser.
Winterdiesel...
Nur Jahrzehnte alte Selbstzünder wie Golf I oder II oder Peugeot
205 mit indirekter Einspritzung über Vorkammer oder Wirbelkammer
vertragen einen geringen Benzinanteil. Früher gab es übrigens noch
den Autofahrer-Expertentipp: Im Winter immer etwas Normal in den
Dieseltank kippen, damit der bei Minusgraden nicht „versulzt". Der
Tipp gilt so heute nicht mehr: Ab November wird an den Tankstellen
generell Diesel „ausgeschenkt", der bis minus 25 Grad verträgt.
Daher kann man sich übrigens auch speziellen Winterdiesel sparen,
der an einigen Tankstellen beworben wird. Der kostet meist auch
einige Cent pro Liter mehr.
Kann man machen...
Tanken Sie statt dem vorgeschriebenen Super oder Super Plus aus
Versehen Benzin mit weniger Oktan, können Sie noch weiterfahren.
Zumindest wenn Sie nur sehr geringe Mengen getankt haben. Dann
sollten Sie aber nicht Vollgas geben und schnell das Richtige
nachfüllen. Größere Mengen Normal oder Super sind für moderne
Autos aber ein Problem: Die haben anders als frühere Modelle
keinen Klopfsensor mehr, der automatisch den richtigen
Zündzeitpunkt einstellen kann.
Selbstzahler...
Falschen Sprit absaugen oder im Ernstfall Tank ausbauen,
Kraftstoffleitungen reinigen: In der Werkstatt kostet das ab
hundert Euro und ist damit immer noch billiger als ein
Motorschaden. Und den zahlt man selbst. Denn wer mit dem falschen
Sprit im Tank trotzdem weiterfährt, riskiert Garantie und
Gewährleistung vom Hersteller. Die Versicherung zahlt fürs
Reinigen leider nichts. Das Ganze gilt als selbst verschuldeter
„Betriebsschaden".
Tankdeckel für Dummies...
Einige Modelle von Ford, BMW oder Landrover haben schon ab Werk
einen besonderen Einfüllstutzen am Tank, in den wirklich nur die
richtige Zapfpistole passt. Das Ganze gibt's von kleinen Anbietern
auch als Nachrüstlösung. Weil aber nicht ganz geklärt ist, ob die
auf Dauer den Tankstutzen beschädigen kann, rät der ADAC davon ab.
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