(04.11.2009)
Betrug an Geldautomaten nimmt radikal zu - Wie erkenne ich, dass
mich da jemand abziehen will?
Großer Schreck: Man
hebt am Geldautomat fünfzig Euro ab – auf dem Konto fehlen später
dann aber Hunderte Euro! Der Skimming genannte Betrug mit
manipulierten Automaten hat im letzten Jahr stark zugenommen. In
ganz Europa kamen Kriminelle so auf fast eine halbe Milliarde Euro
Beute. Wie erkennt man aber, dass einen da einer am Automaten
abziehen will? Wir in informieren Sie!
Wie gehts?
Die Betrüger
brauchen zwei Dinge, um mit selbst hergestellten Karten Konten
abzuräumen: Einmal die Magnetstreifen-Daten von Kredit- oder auch
Bankkarte und natürlich die zugehörige PIN. Die müssen am
Geldautomaten ausgespäht werden. Und da sind die Betrüger
inzwischen sehr kreativ.
Magnetstreifen-Daten...
Für den
Magnetstreifen werden häufig selbstgebastelte Lesegeräte am
Kartenschlitz angebracht. Weil die in Farbe und auch Form
täuschend echt aussehen, würde im Prinzip nur probeweises Rütteln
an dem Aufsatz helfen. Die Fälschungen sind meist nur aufgeklebt.
Ganz neuer Trick: Auf den Kartenschlitz wird so etwas wie ein
dicker Aufkleber gepappt, der mit dem entsprechende Banklogo auch
noch schön getarnt wird. Das da was nicht stimmt, erkennt man wenn
überhaupt an einem feinen Kabel, das vom Kartenschlitz wegführt.
PIN...
Die Hand über dem
PIN-Feld – der oft empfohlene Trick hilft nicht immer. Denn die
fürs Abheben nötige Geheimzahl wird meist nicht mehr mit einer
Minikamera ausgespäht. Stattdessen kleben die Betrüger eine Folie
oder auch eine millimeterdünne Edelstahlplatte mit Tasten auf das
PIN-Feld. Die erkennt man auch nur schwer. Höchstens, weil die
Tastatur etwas höher liegt. In Einzelfällen berichtet die Polizei
auch von Spray, mit dem Betrüger nachträglich die gedrückten
Tasten sichtbar machten. Allerdings: Die Reihenfolge der
Geheimzahlen bekommen die Kriminellen damit nicht heraus.
Neues Plastikgeld...
Mit den erbeuteten
Daten basteln die Betrüger neue Bankkarten und heben aus dem
Ausland damit Geld ab. Denn die Automaten in Deutschland geben
sich in der Regel nicht nur mit dem Magnetstreifen zufrieden.
Zusätzlich wird immer noch der sogenannte Zahlchip auf der Karte
ausgewertet. Und der lässt sich nicht so einfach duplizieren.
Zudem enthält das in Deutschland ausgegebene Plastikgeld noch ein
zusätzliches eingebautes Sicherheitsmerkmal, über das die Banken
aber Stillschweigen bewahren wollen. Auch das wird beim
Geldabheben elektronisch überprüft. Bei ausländischen Automaten
wird aber häufig nur Magnetstreifen und PIN gecheckt: Freie Fahrt
für Betrüger also!
Sofort sperren...
Sieht man also auf
seinem Kontoauszug plötzlich Abbuchungen aus dem Ausland, sollte
man sofort die Karte sperren. Bisher zeigten sich die Banken bei
Skimming-Fällen – so heißt das Ausspähen der Daten – sehr
hilfsbereit. Oft kann das Geldinstitut schließlich nachvollziehen,
dass Kundenkonten leer geräumt wurden, nachdem die Besitzer an
einem bestimmten Automaten Geld abgehoben hatten. Selbst wenn die
Betrüger ihre elektronischen Spielzeuge schon wieder abgebaut
haben. Und auch wenn gerade viele Banken ihre Allgemeinen
Geschäftsbedingungen (kurz AGB) geändert haben: Bei Manipulationen
der Automaten haftet nach wie vor das Finanzinstitut.
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